Einladung und 2nd Call for posters

Einladung und 2nd Call for Posters Workshop-Tagung „Öffentlichkeit als Interaktion“

Universität Zürich, UFSP Sprache und Raum

 

Sowohl in gesellschaftlichen wie auch wissenschaftlichen Diskursen wird das Öffentliche aktuell neu verhandelt, so etwa als attraktiver Begegnungsraum im Lichte sich verändernder Freizeitpraktiken, als Austragungsort für politisches Engagement ebenso wie durch die Digitalisierung als hybrider Kommunikationsraum. Die zugrundeliegenden Öffentlichkeitskonzepte sind dabei sehr vielfältig.

Die Workshop-Tagung lädt vor diesem Hintergrund dazu ein, den Begriff der Interaktion für die Diskussion fruchtbar zu machen. Im Zentrum steht das Interesse, anhand der Diskussion diverser empirischer Daten Öffentlichkeit als Bedingung und Produkt von Interaktionen und alltäglichen Praktiken zu beleuchten. Das Öffentliche wird dabei verstanden als etwas, was menschliches Interagieren einerseits vorstrukturiert (als situativer Kontext, Raum, Medium, …) und andererseits durch entsprechende Handlungen (als Aneignungspraktiken, in spezifischen Interaktionsmustern, in sinngebenden Prozessen, …) erzeugt wird. Öffentlichkeit entsteht und besteht in einem Zusammenspiel von Körperlichkeit, Materie und Raum, Kultur und Sozialität. Die Workshop-Tagung geht der Komplexität des Gegenstands im Rahmen von vier halbtägigen, thematischen Panels nach.

 

  1. Die Perspektive der Multimodalen Interaktionsanalyse steht in der von Goffman eröffneten Tradition der Analyse von Mikrointeraktionen im öffentlichen Raum. Auf der Basis dreier Input-Vorträge und der gemeinsamen Diskussion von Videodaten werden alltägliche Situationen und interaktive Konstellationen im öffentlichen Raum beleuchtet.
  2. Das Panel Soziologie sucht nach einem Brückenschlag zwischen einer mikroanalytischen Methodik und aktuellen soziologischen Thesen, die das Soziale und Räumliche eng zusammendenken. Über Aspekte wie den gebauten Raum oder die Exponierung von Interagierenden wird datengeleitet diskutiert, wie soziologische Öffentlichkeitskonzepte fruchtbar gemacht werden können für die Analyse von verkörperten Interaktionsprozessen.
  3. Im Panel Mediengebrauch steht das Mobiltelefon als Gebrauchs- und Referenzmedium im Mittelpunkt. Es wird der Frage nachgegangen, wie Smartphone und Co. in alltägliche Handlungen im öffentlichen Raum eingebunden werden. Anhand von Videodaten wird einerseits diskutiert, wie Öffentlichkeit Handlungen beeinflusst und andererseits, wie durch diese verschiedene Öffentlichkeiten hergestellt werden, z.B. als Filmkulisse oder Spielraum.
  4. Im Panel Praxeologie wird die Frage aufgeworfen, inwieweit Öffentlichkeit als Beobachtbarkeit ein Grundprinzip von sozialen Praktiken ist. Im Zentrum steht dabei auch die Frage, wie sozialer Sinn sich aus praxistheoretischer Sicht generiert. In Bezug auf Handlungen von Sporttreibenden im öffentlichen Raum werden diese Dimensionen des Erschaffens von Öffentlichkeit an Fallbeispielen aufgezeigt.

 

Anmeldung: bis Freitag, 15. Dezember 2017 an events@spur.uzh.ch

2nd Call for Posters

Doktorierende und Studierende sind herzlich eingeladen, sich über die Präsentation eines Posters an der Diskussion zu beteiligen. Interessierte sind gebeten, ein kurzes Abstract einzureichen (max. 250 Wörter, dt/engl, inkl. Titel des Posters und Adresse Anschrift und E-Mail-Adresse). Diskussionssprache der Tagung ist Deutsch.

 

Einreichungsfrist: Freitag, 15. Dezember 2017 an events@spur.uzh.ch

 

Website: www.spur.uzh.ch/oeffentlichkeit-als-interaktion

 

Organisation:

Antonia StegerNathalie MeyerKenan Hochuli, alle Doktorand*innen des UFSP Sprache und Raum

Yonca Krahn, Doktorandin des Instituts für Sozialanthropologie und Empirische Kulturwissenschaft

 

Die Workshop-Tagung wird finanziert durch den Graduate Campus, die Vereinigung Akademischer Mittelbau (VAUZ) und das Doktoratsprogramm Linguistik der Universität Zürich