Forschung

Die Forschung im UFSP Sprache und Raum erfolgt schwerpunktmässig entlang zweier inhaltlicher Stränge, die entsprechend in zwei Forschungsbereichen ("Sprachräume" und "Interaktionsräume") gebündelt sind.

Im Forschungsbereich Sprachräume sind Projekte zu Sprach- und Dialektkontakt, zur Dialektgeographie (v.a. im Bereich der Morphosyntax) und zur korpusbasierten Arealtypologie angesiedelt, die allesamt die Verbreitung sprachlicher Merkmale und deren Gründe und Mechanismen erforschen. Projektübergreifend wird gemeinsam mit dem KorpusLab am Aufbau eines Korpus nicht-standardisierter Sprache gearbeitet, was für die empirische Basierung unserer Forschung zentral ist, aber auch besondere Herausforderungen mit sich bringt. Bei der Auswertung stehen zunächst Fragen der Gestalt von Nominalphrasen (Kategorien, Ausdrucksmittel, Positionierung, Komplexität) im Vordergrund. Neben der empirischen linguistischen Forschung (oft auch in Feldarbeit) werden neue quantitative Methoden der Datenanalyse entwickelt. Die Erforschung der Verbreitung sprachlicher Merkmale sowie die adäquate Visualisierung erfolgen in interdisziplinärer Zusammenarbeit gemeinsam mit dem GIS-Lab. In begleitenden Workshops und Gastvorträgen werden aktuelle Themen der Sprache-Raum-Forschung vorgestellt, wobei Forschungslücken identifiziert und eventuelle Forschungskooperationen entwickelt werden.

Im Forschungsbereich Interaktionsräume sind Projekte angesiedelt, die sich damit beschäftigen, wie die räumliche Umgebung der Kommunikation in und mit Kommunikation relevant gesetzt wird. Es geht also um die Situierung der Kommunikation in dem für die Beteiligten gerade relevanten Hier, Wir und Jetzt einer konkreten Kommunikationskonstellation und um die Ressourcen, die dafür kommunikativ zur Verfügung stehen und kommunikativ in Anspruch genommen werden. Diese Ressourcen sind sprachlicher (z.B. deiktischer und semantischer), sensomotorischer und kognitiver sowie raumgebundener (z.B. architektonischer und mobiliarer) Natur. Ihre gleichzeitige Ausnutzung begründet die für die Forschungsgruppe zentrale Multimodalität der Kommunikation, deren Erforschung den Einsatz einer avancierten videobasierten Erhebungs-, Dokumentations- und Visualisierungstechnologie verlangt. Der UFSP verfügt deshalb über ein VideoLab, das die Arbeiten der Forschungsgruppe unterstützt und selbst videobasierte Forschungsprojekte (z.B. unter Ausnutzung des mobilen Eye-Trackings) initiiert (siehe VideoLab).

Konkret untersucht wird die Multimodalität am Beispiel der face-to-face Interaktion einerseits, am Beispiel der keyboard-to-screen Kommunikation andererseits. In den Interaktionsanalysen stehen die raumgebundenen architektonischen Ressourcen im Mittelpunkt, die bislang in der einschlägigen Forschung weitgehend vernachlässigt worden sind und im UFSP anhand Erscheinungsformen institutionalisierter Kommunikation untersucht werden. Die Forschungen zur computervermittelten Kommunikation konzentrieren sich darauf, wie virtuelle und augmentierte Räume bildschirmmedial (sprachlich, graphisch, bildlich) konstituiert werden. Zu beiden Forschungsfeldern werden regelmässig Workshops und Gastvorträge durchgeführt.

 

Publikationen