Christoph Hottiger

Christoph Hottiger, MA

Doctoral student at the VideoLab

Tel.: +41 (0) 44 634 39 65

Anschrift: Schönberggasse 15, 8001 Zürich

Raumbezeichnung: SOB E 3

christoph.hottiger@uzh.ch

Christoph Hottiger ist seit 1. Februar 2017 Doktorand beim UFSP Sprache und Raum.

Dissertationsprojekt: Interactive discoveries: A video and eye-tracking based study of knowledge construction in science centres

Abstract

Science Centres sind Naturwissenschafts- und Technikmuseen, die ihre Besucher dazu einladen, an Experimentierstationen naturwissenschaftliche Phänomene zu entdecken. Das Projekt untersucht Besucherinteraktionen im Science Centre, um den grundlegenden Mechanismen, mit denen sich Besucher gemeinsam Wissen erarbeiten, auf die Spur zu kommen.

Während traditionelle Naturwissenschaftsmuseen ihren Besuchern das in den betreffenden Disziplinen erarbeitete Wissen möglichst direkt vor Augen stellen, gehen Science Centres einen anderen Weg: Sie stellen Besuchern Experimentierstationen zur Verfügung, mit deren Hilfe diese Naturphänomene selbstständig entdecken können. In dem Projekt untersuchen wir, wie sich Besucherpaare über die Experimentierstationen einen Zugang zu naturwissenschaftlichen Phänomenen erarbeiten. Dazu begleiten wir sie mit der Videokamera und dokumentieren zusätzlich ihr Blickverhalten mit Eye-Tracking-Brillen. Mit den Mitteln der Gesprächsanalyse rekonstruieren wir dann die Alltagsmethoden, mit denen Menschen gemeinsam etwas in ihrer Umwelt entdecken, das Entdeckte als naturwissenschaftliches Phänomen formulieren und sich ein gemeinsames Verständnis der entdeckten Phänomene erarbeiten.

Die Bedeutung des Projekts besteht darin, Fragen einer Antwort zuzuführen, die für das Funktionieren der Science Centres und deren Rolle für das Public Understanding of Science zentral sind: Eröffnet die Beschäftigung mit Experimentierstationen wirklich einen Zugang zu naturwissenschaftlichem Wissen? Lernen Besucher, was einen naturwissenschaftlichen Zugriff auf Phänomene ausmacht? Lässt sich Naturwissenschaft vermitteln, indem man es Menschen ermöglicht, Phänomene sinnlich zu erfahren? Indem das Projekt auf die Konstruktion geteilter Sinneserfahrungen im Gespräch der Besucher fokussiert, baut es eine Brücke zwischen Gesprächsanalyse und der museologischen Besucherforschung. Gleichzeitig erweitert es das Methodenspektrum dieser beiden Wissenschaften durch den Einsatz von Eye-Tracking-Brillen und untersucht das Spannungsfeld von individueller Wahrnehmung und sozialer Konstruktion von Wissen.

Betreuung: Wolfgang Kesselheim, Heiko Hausendorf

Finanzierung: Schweizerischer Nationalfonds